Einzelarbeit

Ich sitze dir gegenüber.

Nicht mit einem Plan. Nicht mit einer Liste was heute passieren soll.

Mit Aufmerksamkeit.

Für das was du bringst. Für das was dein Körper zeigt noch bevor du ein Wort sagst. Für das was zwischen den Sätzen liegt – in der Pause, im Zögern, im Atemzug der nicht ganz ankommt.

Wir beginnen immer mit dem Atem.

Weil der Atem nie lügt.

Er zeigt sofort wo du wirklich bist – nicht wo du glaubst zu sein, nicht wo du sein solltest. Er zeigt: hier. Jetzt. Das.

Von dort arbeiten wir.

Manchmal mit Bewegung. Manchmal mit Berührung. Manchmal einfach mit Stille und dem was sich zeigt wenn du aufhörst zu kontrollieren.

Manchmal ist eine Sitzung ruhig – fast meditativ. Eine tiefe Stille die sich ausbreitet wenn der Körper endlich atmen darf.

Manchmal bricht etwas auf das lange gewartet hat. Ein Gefühl das du seit Jahren kennst aber nie ganz zugelassen hast. Eine Wut. Eine Trauer. Eine Freude die größer ist als du dachtest.

Manchmal ist es ein einziger Atemzug – tiefer als alle davor – und du weißt:

Da war etwas. Da ist etwas.

Ich halte den Raum.

Ohne Druck. Aber auch ohne Ausweichen.

Was du mitnimmst lässt sich schwer in Worte fassen – und das ist in Ordnung. Nicht alles muss verstanden werden um zu wirken.

Viele beschreiben nach einer Sitzung: mehr Ruhe. Mehr Klarheit. Mehr bei sich sein.

Aber das Tiefste ist stiller als das.

Du kommst dir selbst wieder näher.

Und das – ist der Anfang von allem anderen.